Zukunft Gestalten

Das Lebenselixier des Zementwerkes OPTERRA Wössingen schlummert unter der Erde und ist rund 250 Millionen Jahre alt – der Kalkstein des Kraichgaus. Ohne den Abbau dieses Gesteins ist das Zementwerk undenkbar. Rund eine Million Tonnen davon werden jedes Jahr im heutigen Steinbruch Lugenberg gewonnen und im angrenzenden Werk verarbeitet. Unser Zementwerk existiert seit über 70 Jahren in direkter Nachbarschaft zu den Wössinger Bürgerinnen und Bürgern. Als guter Nachbar nehmen wir Sie auf unserem Weg mit und zeigen Ihnen, was wir planen und was wir bereits jetzt konkret tun, um auch in 20 bis 30 Jahren noch über ausreichende Reserven verfügen.

Das tun wir aktuell: Probebohrungen nördlich der B293

Wenn Sie Ende März/Anfang April über die Feldwege nördlich der B293 spazieren, wird Ihnen vielleicht ein Bohrgerät bei der Arbeit auffallen. Aktuell planen wir Probebohrungen an 2 bis 4 Punkten, die uns Aufschluss über das Kalksteinvorkommen geben sollen. Dies ist bereits beantragt. Sobald uns die Genehmigung vorliegt, beauftragen wir eine auf Bohrarbeiten spezialisierte Fachfirma.

Die Probebohrungen werden sehr schnell wieder abgeschlossen sein. Die Bohrtechniker werden über ein kleines Loch Gesteinsproben aus bis zu 50 m Tiefe entnehmen. Dafür werden sie voraussichtlich nicht mehr als einen halben Tag pro Bohrloch benötigen. Diese Gesteinsproben werden im Anschluss analysiert. So wollen wir erkennen, ob in diesem Gebiet ausreichend Kalksteinressourcen in der von uns benötigten Qualität vorhanden sind und sich die Gewinnung wirtschaftlich realisieren ließe.

Wir bohren selbstverständlich nur an den Stellen, für die uns die Grundstückseigentümer eine Genehmigung erteilt haben. Direkt nach dem Bohren werden die Löcher wieder fachgerecht verschlossen.

Ihre Fragen zu den Probebohrungen beantworten wir gerne. Rufen Sie uns an, mailen Sie uns oder informieren Sie sich in unseren FAQs.

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So planen wir aktuell unsere Standortsicherheit

Der Steinbruch Lugenberg stößt auf seiner Kuppe bereits heute nahezu an seine genehmigte Grenze. In der Karte ist dies durch eine hellblaue Fläche gekennzeichnet. Die heutigen Kalksteinressourcen werden jedoch in etwa 20 Jahren erschöpft sein – was für uns als Zementwerk nur ein Wimpernschlag ist.

Phase 1: Ost-Verlagerung

Eine Erweiterung des Steinbruchs ist nur noch in einem etwa 150 m breiten Streifen möglich. Nach Osten ist eine Erweiterung ausgeschlossen, denn an dieser Stelle queren Pipelines für Öl und Ethylen den Lugenberg.

Der infrage kommende Streifen ist in unserer Karte durch eine dunkelblaue Fläche gekennzeichnet. Die hier lagernden Kalksteinvorkommen würden etwa für weitere 10 Jahre reichen.

Ob dort jemals tatsächlich abgebaut werden kann, steht heute noch nicht fest. Das Gebiet muss zunächst im Regionalplan als Vorranggebiet für den Abbau von mineralischen Rohstoffen ausgewiesen werden. Außerdem müssen noch Grundstückseigentümer zustimmen.

Sollte der Weg dann frei sein, werden in einem anschließenden Genehmigungsverfahren die Rahmenbedingungen für den Abbau festgelegt. Hier werden unter anderem Maßnahmen zum Schutz von Mensch und Natur definiert. In rund zehn Jahren könnten wir den Steinbruch schließlich erweitern.

Ab heute gerechnet könnten wir über diesen Weg das Zementwerk für die nächsten 30 Jahre sichern.

Phase 2: Nord-Verlagerung über die B293

Die Areale der Phase 1 wären also spätestens nach 30 Jahren ausgekiest und weitgehend wieder renaturiert. Für uns bedeutet dies, dass wir spätestens in 25 Jahren mit dem Aufschluss eines neuen Steinbruchs beginnen müssten, um die Zukunft des Werks und der Menschen, die darin arbeiten, zu sichern. Darum suchen wir heute schon nach weiteren, geeigneten Arealen.

Die aktuellen Probebohrungen sollen uns Aufschluss darüber geben, ob es weitere ökologisch und ökonomisch sinnvolle Flächen gibt.

Ihre Fragen zur Zukunft des Werks und den geplanten Verlagerungen des Steinbruchs beantworten wir gerne. Rufen Sie uns an, mailen Sie uns oder informieren Sie sich in unseren FAQs.

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Die bewusste Suche nach einem idealen Areal

Drei Aspekte spielen eine wesentliche Rolle bei der Suche nach dem idealen Areal:
1. Liegt das Gebiet nahe genug am Zementwerk?
2. Verträgt sich die aktuelle Raumnutzung mit einem neuen Steinbruch?
3. Hat der dort vermutete Kalkstein die richtige Zusammensetzung?

Nähe zum Zementwerk

Die Entfernung eines zukünftigen Steinbruchs zum Zementwerk spielt eine große Rolle. Es ist ökologisch und ökonomisch sinnvoll, die Distanzen für den Transport des gewonnenen Kalksteines zur weiteren Verarbeitung in das Zementwerk möglichst kurz zu halten. Wo ein zukünftiger Steinbruch zu liegen kommen kann, ist das Ergebnis eines langen Prozesses und heute noch nicht klar. Wir werden alle Interessierten offen und transparent über die weiteren Schritte informieren. Kommen Sie bei Fragen und Anregungen gerne auf uns zu.

Im Einklang mit der lokalen Raumnutzung

Zunächst schauen wir uns genau an, wo sich ein Steinbruch harmonisch in die Umgebung einfügen ließe. So kommt ein neuer Steinbruch z. B. in unmittelbarer Nähe eines Naturschutz- oder Wohngebietes nicht in Betracht. Wir achten sehr darauf, dass sich der Steinbruch mit der sonstigen Nutzung der näheren Umgebung in Einklang bringen lässt.

Die Zusammensetzung des Kalksteins

„Vor der Hacke ist es duster“ lautet eine alte Bergmannsweisheit. Diese Erkenntnis hat auch heute noch Bestand. Der Untergrund des Kraichgaus besteht aus Kalkstein. Jedoch ist Kalkstein nicht gleich Kalkstein – und nicht jeder Kalkstein ist für die Zementherstellung geeignet. Verschiedene Konzentrationen an Elementen wie Calcium, Silizium, Eisen oder Aluminium machen den entscheidenden Unterschied. Geologische Voruntersuchungen bzw. Erkundungsbohrungen können hier Klarheit schaffen.

Der lange Weg vom idealen Areal zu einem zukünftigen Steinbruch

Scheint ein Areal für einen zukünftigen Steinbruch geeignet zu sein, ist es ein weiter Weg bis zur eigentlichen Gewinnung von Kalkstein.

1. Das mögliche Anbaugebiet muss im Regionalplan berücksichtigt werden
2. Die Grundeigentümer müssen dem Vorhaben zustimmen
3. In einem Genehmigungsverfahren werden u. a. auch die Rahmenbedingungen zum Schutz von Mensch und Natur festgelegt.
4. Wenn all diese Schritte erfolgreich verlaufen, sind rund 20 bis 30 Jahre vergangen, bevor der neue Steinbruch aufgeschlossen werden kann

Schritt um Schritt: Nutzung und Rückgabe an die Natur

Ein Steinbruch bedeutet stets eine zeitlich begrenzte Inanspruchnahme von Flächen. Ein Areal wird nie als Ganzes als Steinbruch genutzt, sondern nur jeweils zu einem kleinen Teil. Nach dem Abbau renaturieren wir behutsam diesen Bereich, geben ihn damit der Natur zurück und erschließen parallel dazu einen neuen.

Den aufgelassenen Steinbruch Böhnlich haben wir zum Beispiel inzwischen größtenteils renaturiert. In den kommenden Jahren werden wir ihn vollständig der Natur zurückgegeben haben. Sobald dieser Prozess abgeschlossen ist, werden wir im aktiven Steinbruch Lugenberg mit der schrittweisen Renaturierung beginnen.

Nach dem Steinbruch Böhnlich wird in einigen Jahren auch der Steinbruch Lugenberg wieder zu einer grünen Landschaft geworden sein. Ebenso wird ein möglicher neuer Steinbruch, der heute noch Zukunft ist, einige Jahre nach seiner Nutzung wieder der Natur zurückgegeben.

Ein Zementwerk muss langfristig denken und handeln

Um einen Steinbruch nachhaltig zu betreiben, braucht es langfristige Perspektiven. Lange Planungszeiten gehören im Rahmen einer solchen Entwicklung einfach dazu. Denn der Prozess ist sehr aufwendig, viele Menschen und Institutionen sind daran beteiligt, wollen gehört und mit ihren Interessen ernst genommen werden.

Bereits heute tun wir sehr viel, um energiesparend und umweltbewusst zu handeln. Bis spätestens 2040 wollen wir CO2-neutral arbeiten. Für die dazu erforderlichen Investitionen werden Aufwendungen in dreistelliger Millionenhöhe nötig sein. Die Möglichkeit, nachhaltig auf Kalksteinreserven zurückgreifen zu können, gibt uns die dafür notwendige Investitionssicherheit. Darum müssen wir uns bereits heute Gedanken über einen zukünftigen Steinbruch machen.

Häufig gestellte Fragen (FAQs)

Das Gebiet nördlich der B293 scheint geologisch betrachtet nicht die erste Wahl für einen Steinbruch zu sein. Die für uns primär interessanteren Gebiete stehen jedoch nicht im Einklang mit den unterschiedlichsten Interessen der Grundstückseigentümer. Diese respektieren wir und suchen darum jetzt an anderer Stelle nach geeigneten Gebieten. Auch wenn das bedeutet, dass wir jetzt Flächen in Betracht ziehen müssen, die geologisch gesehen keine so große Chance auf Erfolg haben.

Die im März/April 2023 für die geplanten Probebohrungen nördlich der B293 eingesetzten Maschinen sind nicht größer als ein Bagger, wie man ihn im Straßenbau immer wieder sieht. 2022 hat die Gemeinde Walzbachtal Brunnenbohrungen durchführen lassen, die diesen Bohrungen sehr ähnlich sind.

Von den Maschinen und Fahrzeugen für die Probebohrungen werden nur Wege befahren, die auch durch langwirtschaftliche Maschinen befahren werden dürfen. Die Bohrungen selbst sind erschütterungsfrei. Geschützte Biotope werden dabei nicht berührt. Und die dabei entstehenden Bohrlöcher werden anschließend wieder fachmännisch verfüllt.

Nach den Probebohrungen erhalten wir von der beauftragten Fachfirma eine Gesteinsanalyse, die uns Aufschluss über die Kalksteinvorkommen der Region nördlich der B293 gibt. Erst mit diesem Wissen können wir entscheiden, wie die nächsten Schritte konkret aussehen werden. Dies werden wir selbstverständlich zeitnah auf dieser Website kommunizieren.

Die Planung dazu ist noch nicht abgeschlossen. Auch ist es noch unklar, ob die Fläche tatsächlich über ausreichend Kalkstein verfügt und hier ein Steinbruch angesiedelt wird. Für den Fall, dass hier ein Steinbruch entsteht, was frühestens in 25 Jahren der Fall sein wird, werden wir diesen voraussichtlich über ein Förderband an das Zementwerk anschließen.

Bislang kann niemand, sagen, wo ein neuer Steinbruch genau liegen kann – auch wir nicht. Insofern lässt sich diese Frage nicht beantworten. Sicher ist: Wird ein neuer Steinbruch errichtet, so wird in einem Genehmigungsverfahren der Schutz von Mensch und Natur thematisiert. In einem Genehmigungsverfahren haben Bürger, Interessenvertretungen, Behörden usw. die Möglichkeit, ihre Anregungen und Bedenken vorzubringen. Wir treten mit unserem Vorhaben bereits jetzt an die Öffentlichkeit, um diese Anregungen möglichst früh in unser Vorhaben zu integrieren.

Bislang kann niemand, sagen, wo ein neuer Steinbruch genau liegen kann – auch wir nicht. Sicher ist: Moderne Steinbrüche werden so geplant, dass stets eine Sichtkulisse zwischen z. B. einer Ortschaft und dem Steinbruch bestehen bleibt. So soll das Landschaftsbild möglichst erhalten werden. So haben wir es auch bereits an den beiden Steinbrüchen Lugenberg und Böhnlich umgesetzt. Beide sind von den öffentlichen Straßen kaum einsehbar.

Nach der schrittweisen Nutzung wird Zug um Zug renaturiert, das bedeutet, der ursprüngliche Zustand wieder hergestellt. Dazu gehört auch, dass z. B. Wald wieder aufgeforstet wird. Auch ein etwaiges Förderband zwischen dem Steinbruch und dem Werk wäre nach heutigem Stand möglichst nicht wahrnehmbar in die Landschaft zu integrieren (z. B. als Trasse in einem Tunnel).

Der Lugenberg wird auch im Falle der Erweiterung des bestehenden Steinbruchs nicht vollständig abgebaut werden. Sein höchster Punkt in rund 266 Meter Seehöhe bleibt auch in Zukunft erhalten und garantiert einen schönen Ausblick in die umliegende Umgebung.

Nach der schrittweisen Nutzung wird Zug um Zug renaturiert, das bedeutet, der ursprüngliche Zustand wieder hergestellt. Dazu gehört auch, dass z. B. Wald wieder aufgeforstet wird. Auch ein etwaiges Förderband zwischen dem Steinbruch und dem Werk wäre nach heutigem Stand möglichst nicht wahrnehmbar in die Landschaft zu integrieren (z. B. als Trasse in einem Tunnel).

Anders als z. B. eine Straße ist ein Steinbruch eine Inanspruchnahme von Fläche auf Zeit. Schon jetzt wird am Gelände des Zementwerks der Steinbruch Böhnlich verfüllt und renaturiert, ebenso laufen hierzu erste Vorbereitungen im Steinbruch Lugenberg. Ist der Steinbruch erschöpft, wird er der Natur zurückgegeben. Details der Renaturierung stimmen wir u. a. auch mit der zuständigen Behörde ab.

Ohne einen Steinbruch in der Nähe des Zementwerks kann unser Unternehmen in der jetzigen Form nicht weiterbestehen. Im Moment verfügt das Zementwerk über Kalksteinreserven von rund 20 Jahren. Ob in das Werk weiter investiert werden kann, z. B. in Technologien zum Schutz der Umwelt und Minderung der Emissionen, hängt davon ab, ob ausreichend Kalksteinreserven verfügbar sind.

Bis spätestens 2040 soll unser Zementwerk CO2-neutral arbeiten. Enorme Investitionen werden dazu in den kommenden Jahrzehnten notwendig sein.

Unmittelbar im Steinbruch Lugenberg arbeiten elf Personen. Die eingesetzten Großmaschinen müssen alle manuell bedient werden, u. a. Bagger, Radlader und LKW. Das Zementwerk, das den Kalkstein aus dem Steinbruch bezieht, zählt aktuell rund 120 Mitarbeiter. Ohne Steinbruch in der Umgebung des Zementwerks wären die Arbeitsplätze sowohl im Steinbruch, auch als im Zementwerk gefährdet.

Arbeitsplätze vor Ort, Steuerzahlungen an die Gemeinde, die finanzielle Unterstützung der lokalen Vereine, Kooperationen mit Schulen und Kindergärten und zahllose geschäftliche Verbindungen würden entfallen. Wir sind davon überzeugt, dass von einem Fortbestand des Zementwerks die Gemeinde und ihre Bürger ebenso profitieren wie OPTERRA.

Ja, das Zementwerk Wössingen führt selbstverständlich Gewerbesteuer an die Gemeinde Walzbachtal ab. In den vergangenen Jahren flossen so im Durchschnitt jährlich mehrere hunderttausend Euro in das Budget der Gemeinde. Damit werden Kindergartenplätze, Infrastrukturmaßnahmen usw. finanziert.

Kontakt

Haben Sie noch Fragen oder Anregungen?
Dann treten Sie gerne in Kontakt mit uns.

Stephan Schenk ,

Werkleiter OPTERRA Wössingen GmbH

Jörg Heimburg,

Leiter Umwelt & Öffentlichkeitsarbeit​